Letzte Woche war ich auf Bildungszeit und habe mir Positive Psychologie als Thema für dieses Jahr herausgesucht.
Denn ich hatte eigentlich keine Ahnung, was Positive Psychologie ist. Wahrscheinlich geht es vielen so. Klar hätte ich auch ein Buch dazu lesen können. Aber ich wollte nicht nur theoretisch darüber lesen, sondern auch in der Praxis herausfinden, was es damit auf sich hat.
Eine Wissenschaft, die forscht
Psychologie ist generell eine Wissenschaft. Also ist auch die Positive Psychologie eine Wissenschaft, die forscht. Und forschen bedeutet in diesem Fall: Sie macht Studien und Untersuchungen zu der Frage, wie Menschen ein besseres oder ein gutes Leben führen.
Als eigenes Feld wurde sie erst um die 2000er Jahre begründet, unter anderem von Martin Seligman und Mihaly Csikszentmihalyi. Mittlerweile gibt es sogar staatlich anerkannte Studiengänge, universitäre Weiterbildungen und Forschungsgruppen an Universitäten.
Ein gelingendes Leben
Die Psychologie hat sich bisher viel mit den problematischen Seiten des Lebens beschäftigt und sie untersucht. Was bedeutet eine Persönlichkeitsstörung? Wie verhalten sich Menschen bei einer Depression, bei Zwangsstörungen oder bei Psychosen?
Die Positive Psychologie beschäftigt sich auf der anderen Seite damit, was Menschen machen, die gesund und zufrieden sind und ein erfolgreiches, ein glückliches oder eben ein gelingendes Leben führen. Es geht darum, Handlungsanregungen für alle Menschen zu erzeugen, damit auch sie ein glückliches, gesundes und zufriedenes Leben führen können.
Warum sie mir gefällt
Deshalb gefällt mir die Positive Psychologie so besonders gut: Sie schaut auf das Positive im Menschen, und zieht daraus ihre Schlüsse.
Ich spreche am liebsten über positive Dinge und nutze meine Zeit lieber damit, mir positive Dinge anzuhören, anstatt mir Genörgel über die Bahn oder andere Menschen anzuhören. Auch der Solution-Focus-Coaching-Ansatz, den ich nutze, wendet die Prinzipien der Positiven Psychologie an. Deshalb hat er mir wohl gleich so gut gefallen.
Eine erste kleine Übung, die jeder nutzen kann
Eine erste kleine Übung, die quasi jeder, auch du, sofort nutzen kann, ist der positive Tagesrückblick, auch „Three Good Things“ genannt. Er wurde bereits in einer Studie untersucht.
Jeden Tag am Abend vor dem Schlafengehen fragst du dich einmal: „Was waren drei Dinge, die heute schön waren?" Und schreibst sie auf.
Das ist eines der einfachsten Werkzeuge, um den Blick auf die positiven Aspekte des Lebens zu lenken. Es trainiert dein Gehirn. Stell dir vor, die Welt der Erlebnisse wäre auf einer Skala von minus 10 bis plus 10, wobei 0 neutral wäre. Mit dieser Übung richtest du deinen Blick auf die positive Seite: von 0 bis 10.
Und wenn es nur kleine Dinge sind – und am Anfang sind es manchmal nur diese. Wenn du dir heute vor Augen führst, dass die Sonne geschienen hat, du mittags einmal gelächelt hast und es in deiner Wohnung warm ist, dann ist das zumindest schon ein Blick auf die sonnigere Seite des Lebens.