Der Vortrag im Hörsaal
Erster Wendepunkt • Studium, Karlsruhe
Elektrotechnik, Informationstechnik, Schwerpunkt Biomedizintechnik. Ich wollte mit anderen zusammenarbeiten, Wissen teilen, etwas beibringen.
Dann ein Vortrag vor dem Hörsaal: bildgebende Verfahren zur Erkennung von Lebertumoren. Spannendes Thema. Ein halbes Jahr Vorbereitung.
„Lampenfieber ist doch normal."
Sagten die anderen. Aber die Bauchschmerzen wurden von Woche zu Woche schlimmer. Das fühlte sich nicht normal an.
Ich suchte mir Hilfe – und lernte zum ersten Mal, genauer nachzufragen und bewusst mit dem zu arbeiten, was gerade in mir vorging.
Eine Lektion, die ich Jahre später noch einmal brauchen sollte: Mein Körper meldet sich, wenn etwas nicht zu mir passt.
Verkrampft – zweites Mal
Zweiter Wendepunkt • Volkswagen
Nach Jahren in der Entwicklung – Patente, ein Auftritt auf der CES in Shanghai – wechselte ich in klassisches Projektmanagement.
Ein System aus Terminplänen und Statusmeldungen. Ohne den Raum für die Entscheidungen, die es eigentlich gebraucht hätte.
Für mich und meine Werte passte das nicht. Das merkte ich zuerst nicht bewusst – erst über Verkrampfungen im Magen. Dann in Schultern und Nacken.
Love it, change it, leave it.
Ändern konnte ich es nicht, obwohl ich es viel versucht hatte. Also ging ich – aber nicht einfach irgendwohin. Während einer Auszeit sortierte ich mich, informierte mich und machte einen Plan.
Dann der Kontakt zur agilen Community: eine Arbeitsweise, die endlich zu mir passte. Ich fand eine neue Stelle bei VW und machte selbst die Trainerausbildung. Dann gab ich selbst Scrum-Master- und Team-Facilitator-Schulungen.
Ein paar Jahre später, in genau so einem Workshop, sollte der nächste Wendepunkt beginnen.
Der Kanban-Workshop
2023 • VW Wolfsburg
Backsteingebäude. New-Work-Raum. 8 Kollegen.
Ich erkläre, wie ein Kanban-Board funktioniert. Zeige Microsoft Planner. Alles strukturiert. Die kennen mich ja – bei meinem Team funktioniert das super.
„Das machen wir für dich."
Dieser Satz. Freundlich gesagt. Fast hätte ich ihn überhört.
Aber er blieb hängen.
"Für mich" bedeutete: Nicht für sich. Nicht weil sie es wollten. Sondern weil ich es ihnen gesagt hatte.
3 Stunden in Berlin
Der Wendepunkt
Ein Coworking Space. Zwei Sessel am Fenster.
Ich hatte einem ICF-Coach geholfen, dafür bot er mir eine Coaching-Session an. Ich dachte: "Na gut, schauen wir mal."
Ich kannte ja nur NLP-"Coaches", die einen mit ungewollten Ratschlägen "fixen" wollen.
Seine erste Frage?
„Wo möchtest du sitzen?"
Ich musste... nachdenken. Über eine Sitzwahl!
Drei Stunden lang fragte er nur. Keine Ratschläge. Kein "Das kenne ich auch". Nur Raum zum Denken.
Am Ende: ICH hatte meine Antworten gefunden.
Nicht der Coach. ICH.
Die Entscheidung
6 Monate später
Nach dieser Session wusste ich: DAS will ich machen.
6 Monate Recherche. Gespräche. Reflexion.
Dann: Anmeldung bei der Solutions Academy. ICF-zertifizierte Ausbildung. Solution-Focused Ansatz.
Warum Solution-Focused?
Fokus auf Lösungen, nicht auf Probleme. Keine "Reparatur"-Mentalität. Keine ungewollten Interventionen. Nur: Mehr von dem was funktioniert und wie das gewünschte Ergebnis sein wird.
Mitte 2023: Ausbildung abgeschlossen.
November 2024: ACC-Zertifizierung.
Heute begleite ich Menschen – nicht mit Ratschlägen, sondern mit Fragen.